GP Rüebliland wird zur WM-Hauptprobe

GP Rüebliland wird zur WM-Hauptprobe

Der 49. GP Rüebliland wird aller Voraussicht nach wieder hochklassigen Radsport in den Kanton Aargau bringen. Nicht weniger als 26 Teams aus dem In- und Ausland haben sich eingeschrieben. Das ergibt dann ein 156 Mann starkes Fahrerfeld aus 18 Nationen und drei Kontinenten.  Nur zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften (in Rwanda) ist der GP Rüebliland heuer der letzte grosse Formtest. Etappenorte sind Sulz (Freitag), Kaisten (Samstag) und Nebikon/Altishofen (Sonntag). Die Strecken sind allesamt recht anspruchsvoll.

Die Weltspitze des Juniorenradsports trifft sich am 49. GP Rüebliland. Verschiedene Fahrer aus dem In- und Ausland können schon ein beachtliches Palmarès vorweisen.

Die Weltklasse ist am Start

Es ist keine Übertreibung wenn man das Fahrerfeld als absolutes Topfeld betrachtet. Da stehen einmal die acht Nationalteams aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden, Polen, Luxemburg und Finnland am Start. Hinzu gesellen sich sehr starke Markenteams aus den Radsportnationen Frankreich, Italien, Deutschland, England, Holland, Dänemark und Belgien – darunter auch das französische Team Decathlon AG2R La Mondiale. Startberechtigt sind ausschliesslich 17- und 18jährige Radsportler. Favoriten auszumachen ist recht schwierig, denn die hügelige Strecke behagt längst nicht allen und verlangt auch Geduld. Bestimmt zu beachten gilt es aber den Dänen Noah Andersen, welcher im Vorjahr als 17jähriger schon Gesamtzweiter des GP Rüebliland wurde und nun natürlich gewinnen möchte. Zum Favoritenkreis zählt ausserdem der Mountainbike-Europameister Anatol Friedl (Österreich), der wie Andersen dem Nachwuchsteam von Red Bull BORA hansgrohe, GRENKE Auto Eder, angehört. Zu beachten sind aber auch die beiden starken Italiener Mattia Agostinacchio (Querweltmeister) sowie Roberto Capello (italienischer Meister im Einzelzeitfahren). Den Schweizer fällt wohl eher eine Aussenseiterrolle zu, doch lassen wir uns gerne überraschen.

Etappenorte sind Sulz, Kaisten und Nebikon/Altishofen

Neu sind nur noch Ganztagesetappen geplant. Es gibt demnach keine Halbetappen mehr. Die Rundkurse, die gefahren werden, sind kürzer, dafür kommen die Fahrer viermal (Kaisten) oder gar fünfmal (Sulz und Nebikon/Altishofen) am Start und Ziel vorbei, was die Attraktivität für die Zuschauer sowie die Sicherheit erhöht.

Eröffnet wird der 49. GP Rüebliland am Freitag, 5. September, um 13.30 Uhr in Sulz, wo die Fahrer zum Auftakt 102 Kilometer mit 1950 Höhenmeter abspulen. Es folgt die Samstagetappe in Kaisten, die um 13 Uhr gestartet wird und 94,4 km (1680 Höhenmeter) misst. Beendet wird die Rundfahrt am Sonntag, 7. September mit der sehr schweren Schlussetappe (110 km und 2150 Höhenmeter) in Altishofen bei der Firma Galliker Transporte. Vor zwei Jahren endete hier die Rundfahrt mit dem Solosieg des Franzosen Léo Bisiaux. Eine Massenankunft ist hier wohl eher unwahrscheinlich.

Finanziell auf Kurs

Eine Gratwanderung ist stets die finanzielle Seite. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Ueli Schumacher hatte diesbezüglich keine leichte Aufgabe. Die Nachwuchsfahrer kennt man noch zu wenig und deshalb „beissen“ die Sponsoren nicht an wie wilde Löwen. Immerhin konnte der Hauptsponsor Tudor gehalten werden. Vielleicht auch weil Tudor-Profi Fabian Weiss aus Sulz kommt, dem Startort. Neben dem Tudor-Leadertrikot wird um folgende Trikots gefahren: Punkteleader (Swiss Cycling Aargau); Bergpreis (Volg); Sprint (Swisslos Sportfonds Aargau), bester Jungfahrer (Club Maillot d’Or). Das Budget der Rundfahrt liegt bei anspruchsvollen 100’000 Franken. Wichtig sind natürlich die vielen Helfer, darunter auch zahlreiche ehrenamtliche. Im Einsatz stehen deren 170. Für die Sicherheit im Einsatz stehen zudem 50 Motorräder, zwei Moto-Polizisten der Stadtpolizei Aarau sowie drei Sicherheitsfahrzeuge.

Die Radsportfans sollten sich die Tage zwischen dem 5. und dem 7. September reservieren, denn auch der Nachwuchs verdient eine ansehnliche Kulisse und von einigen Fahrern wird man mit Bestimmtheit in Zukunft noch einiges hören, denn der GP Rüebliland gilt als optimales Sprungbrett im Radsport. Ein Blick in das goldene Buch spricht Bände: Thomas Pidcock, Mathieu van der Poel, Fabian Cancellara, Marc Hirschi, Gino Mäder, Mats Pedersen, Quinn Simmons usw. fuhren einst den GP Rüebliland und waren später erfolgreiche Profis.