50 Jahre hat sich der GP Rüebliland als sportlich betrachtet bedeutungsvolle Juniorenrundfahrt im Kalender der Radsportveranstaltungen etabliert. Wenn nun nach dem 50-Jahr-Jubiläum der Schlussstrich gezogen würde, wäre das irgendwie verständlich, denn seit 50 Jahren sind da Leute am Ruder, die ihr Herzblut ehrenamtlich dem Radsport widmen. Die Freude ist dann jeweils gross, wenn es wie dieses Jahr an den Weltmeisterschaften gleich drei ex-GP-Rüebliland-Sieger (Pidcock, Van der Poel und Simmons) in die TopTen schaffen. Das wiederum ist für das OK Ansporn genug, weiterzumachen und so wird auch 2027 definitiv ein GP Rüebliland stattfinden.
50 Jahre eine Radrundfahrt für Junioren zu organisieren ist zwar phantastisch, aber auch mit vielen Hürden gespickt. Diese Rennen werden nicht von den TV-Stationen übertragen, in den Medien hört und liest man wenig bis nichts. Entsprechend uninteressant ist der Anlass für Geldgeber. Da bleiben letztlich nur noch Firmen übrig, die die Unterstützung aus Sympathie zur Organisation aufrechterhalten. Gerade diese sind aber für die Weiterführung des Anlasses eminent wichtig, denn die Kosten für einen GP Rüebliland liegen mittler weilen bei rund 100’000 Franken. Müsste man die Helfer noch bezahlen, wäre eine Organisation unmöglich. Es ist höchst erfreulich, dass das OK dank vielen Spenden (auch Private!) Jahr für Jahr genügend Geld buchstäblich zusammenkratzen konnte.
Jammern bringt bekanntlich nichts. Es ist immer wieder irgendwie aufgegangen. Heute hat der GP Rüebliland weltweit einen enorm hohen Stellenwert. Das zeigt die Tatsache, dass sich heute schon bedeutende Teams nach dem Rennen für 2027 erkundigen, um einen Startplatz zu erhalten. Musste man früher den Mannschaften „nachspringen“, sind heute fast alle Topteams des Radsports vertreten und man muss gar schauen, dass man alle Interessenten berücksichtigen kann.
Helferessen als Dank für die Unterstützung
Als kleine Gegenleistung für die vielen Helfer gibts jeweils ein Helferessen – selbstverständlich im Hotel eines treuen Sponsors, dem Hotel Villmergen. An diesem Essen mit rund 90 Helfern zog OK-Präsident Ueli Schumacher eine sehr positive Bilanz der Jubiläumstour. Die Organisation ist heute sehr gut eingespielt und funktioniert perfekt. Der verantwortliche Kommissär der UCI (Internationaler Radsportverband) zeigte sich dermassen begeistert, dass er der Tour nachträglich noch 200 Euro aus seinem eigenen Sack spendierte.
Ueli Schumacher blickt natürlich auch dankbar zurück. Vor 50 Jahren seien die Strassenverhältnisse wohl ganz anders gewesen als heute. Die verstopften Strassen und ungeduldige Autofahrer bereiten zurzeit den Organisatoren einiges Kopfzerbrechen, denn die Strassen können wegen der Rennen nicht komplett gesperrt werden. Zum Glück kann man da auf die Motorradfahrer (gut 60) zurückgreifen. Überall dort, wo ein Streckenposten fehlt, springen diese ein und sichern die Strecke. Natürlich gab es in der Geschichte des GP Rüebliland auch Zwischenfälle mit Stürzen oder kleineren Unfällen, aber gesamthaft betrachtet blieb das zum Glück eher die Seltenheit.
In diesem Jahr war der Etappenort Affoltern am Albis die grösste Herausforderung. Die Durchfahrt bis zum Ziel klappte aber auch dort sehr gut. Die Zürcher sind offenbar dermassen erfreut über die gute Abwicklung, dass sie sich schon für eine Etappe im Jahr 2028 beworben haben.
Etappenorte für 2027 stehen fest
OK-Präsident Ueli Schumacher konnte schon die Etappen für 2027 bekanntgeben. Es sind dies Gansingen (Freitag, 3. September), Seon (Samstag, 4. September) und Altishofen/Nebikon (Sonntag, 5. September).
Rüebliländerli
Die Sicherheit in Ehren . . .
. . . aber so einfach ist das nicht immer, wie Pressechef Markus Schenk zu berichten weiss. Ende der 1980er-Jahre startete der GP Rüebliland traditionsgemäss in Birr. Nur ein paar Kilometer nach dem Start galoppierte ein ausgerissenes Pferd wacker auf der Strasse vor den Junioren. Nach dem ersten Schock wurde das Rennen neutralisiert. Freilich das Pferd hat dies nicht mitbekommen und fand sogar Freude daran, dass es schneller galoppieren konnte als die Junioren Rad fahren. Dies wiederum veranlasste den Speaker von Radio Tour zur folgenden Rennmitteilung: „Der Vorsprung des Pferdes auf das Fahrerfeld beträgt eine Minute“. Zu Beruhigung aller Beteiligten ignorierte das Pferd in der Folge einen Streckenposten und bog falsch ab. Damit war das Problem gelöst und alle konnte sich über diesen Zwischenfall köstlich amüsieren.